Städtereise
Die 10 schönsten Stadtviertel von Köln
Du weißt, dass die Kölner Menschen ganz schön jeck sind. Wir verraten Dir, in welchen Vierteln sie es besonders bunt treiben. Wo Tunnel einen Bilderhimmel haben, freche Anmache zum guten Ton gehört, wo ein Scheues Reh Kult ist, Einhörner schwimmen und einstürzende Neubauten für Spannung sorgen. Und weshalb Nippes nicht gleich Nippes ist.
Ehrenfeld
Kölns sinnlichstes Viertel
Das Viertel ist ein Erlebnisparcours für alle Sinne. Augen auf, es wimmelt von Murals an den Wänden, sogar der Fußgängertunnel am Ehrenfelder Bahnhof führt durch einen Bilderhimmel. Nase hoch, dann empfängt Dich der Duft von Holzkohlegrill und frisch geröstetem Kaffee. Du schmeckst den Zauber des Orients, fühlst den Puls der Stadt, hörst, wie das bunte Leben klingt, im Sprachengewirr auf der Straße, aber auch im Stilmix der Clubs, vom Odonien über den Sonic Ballroom bis zum Club Bahnhof. Wahrzeichen des Viertels ist der Leuchtturm in der Heliosstraße. Als Kleinod Kölscher Nachbarschaft gilt die Körnerstraße mit ihren Läden und Initiativen.
Altstadt
Viel Geschichte und freche Sprüche
Die größte Stadt Deutschlands – das war Köln vor 1.000 Jahren. Das Flair der mittelalterlichen Metropole ist hier zwischen Dom und Rheinufer noch zu spüren. Du kannst auf der Mauer an der Frankenwerft in der Sonne sitzen, den Rheinschiffen beim Anlegen zuschauen und den Kindern beim Spielen am Brunnenbächlein im Rheingarten. Oder Du wagst Dich ins Gedränge der Gässchen hinter den bunten Steilgiebelhäusern, probierst das Kölsch im berühmten Brauhaus Früh oder im Bierhaus en d’r Salzgass, wenn Du auf freche Köbes-Sprüche stehst. Denkmäler und Brunnen an fast jeder Ecke erzählen kleine Geschichten, und das Museum Ludwig zeigt Kunst von Weltrang.
Belgisches Viertel
Vom Päpki bis zum Scheuen Reh
Was der Kiez in Berlin, der Bairro in Lissabon, ist in Köln das Veedel. Sehr angesagt ist das belgische. Hipster, Studis oder Start-up-GründerInnen – rund um den Brüsseler Platz finden alle ihr Glück. Das Büdchen nennt sich hier Le Kiosk, die Cafés heißen Päpki oder Belgique. In den Straßen pulsiert das Leben. Im Magasin Populaire gibt es Mode, Wohnaccessoires bei Things We Like, deutsch-französische Küche im hübsch begrünten Belgischen Hof. Die Wohngemeinschaft ist Hostel, Café, Bar und Theater in einem. Zum Goldenen Schuss, Scheues Reh, Frieda Bar oder Forelle blau heißen die Nachtschwärmerstopps. Und auch die Scheinbar ist Kult.
Aachener Straße
Die kunterbunte Nummernrevue
Viele zählen die Straße zum Belgischen Viertel. Doch sie verläuft nebenan, Haus für Haus ein buntes Quartier. Bei Momo (Nr. 11) gibt es tibetische Dumplings, bei Nish Nush (Nr. 16) israelische Küche. Café Storch (Nr. 17) ist ideal für ein Date bei Kunst und Kerzenschein. Café Balthasar (Nr. 18) bietet Frühstück bis 16 Uhr, Hanoi September (Nr. 19) vietnamesisches Streetfood, das Theater im Bauturm (Nr. 24) literarische Dramen. Es folgen tolle Mode-, Luftballon- und Schmuckläden. Eis zum Dahinschmelzen bekommst Du in der Bar Schmitz (Nr. 30). Und mit dem Veggie Döner bei Adieu Paris (Nr. 38) sagen wir der Aachener Tschüß.
Stadtwald
Freilaufende Wildtiere und Einhörner
Mal durchatmen, ausspannen, spazieren gehen. Der Stadtwald in Lindenthal bietet auf 200 Hektar alte Baumpersönlichkeiten und junges Grün, Picknickwiesen, Vogelgezwitscher, Weiher mit Booten. Im Tierpark laufen über 250 Tiere vielfach frei um Dich herum. Kinder toben auf den Spielplätzen, Hunde tollen auf den Hundewiesen. Du kannst an Kanälen wandeln, über Brücken gehen oder einfach in der Wiese liegen. Drachen, Flamingos und Einhörner dümpeln als Tretboot-Fabelwesen auf dem Kahnweiher. Du kannst Dich aber auch im Ruderboot auspowern. Zur Stärkung gibt es Tapas im Restaurant Stadtgarten. Der Eintritt ist frei, der Park vom Rudolfplatz in der City per Bahn schnell erreichbar.
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Rheinpromenade
Die Purpur-Seite der Domstadt
Bitte nicht erschrecken, wir begeben uns auf die Schäl Sick, die falsche Rheinseite – zumindest wenn es nach so mancher Kölner Stimme geht. Aber ganz falsch kann sie nicht sein, allein wegen des wunderbaren Blicks auf den Dom. Den kannst Du bei schönem Wetter im weitläufigen Rheinpark und auf den Treppen am Kennedy-Ufer genießen, vorzugsweise mit einem purpurnen Sonnenuntergang. Bei Lust auf Pasta und Prosecco sind die Panoramaterrassen des Restaurants Grissini beliebt. Als Begleitprogramm bietet sich ein Bummel durch Little Istanbul an. Das Angebot an Döner, Dürüm und Baklava in der Keupstraße ist überwältigend. Einheimische empfehlen für Süßes die Kilim Bäckerei, für Herzhaftes den Holzkohlegrill Mevlana.
Nippes
Alles Flohmarkt, oder was?
Der Name des Viertels täuscht, vermutlich geht er auf den althochdeutschen Begriff für eine feuchte Senke zurück. Und tatsächlich gibt es ein idyllisches, grünes Nippeser Tälchen. Die Wiese dort hinterm Altenberger Hof eignet sich sehr gut für ein Picknick. Zu Nippes gehören aber auch der Kölner Zoo und der Skulpturenpark am Rhein. Mehr oder weniger nützlichen Krimskrams, also echten Nippes, findest Du auf dem Flohmarkt am Wilhelmsplatz, einmal im Monat von März bis November, jeweils sonntags. Beliebt sind auch die Flohmärkte am Rheinufer, in der Altstadt und an der Galopprennbahn in Weidenpesch.
Melaten-Friedhof
Was die Toten uns erzählen
Auf dem Gelände waren einst die Aussätzigen interniert. An manchen Feiertagen durften sie in die Stadt. Dann ging ihnen ein Schellenknecht voraus, der die Gesunden warnte. In einer Nische der Friedhofsmauer an der Aachener Straße steht eine kleine Skulptur zum Gedenken an diese düstere Vergangenheit. Heute ist der Friedhof ein Ort der Ruhe, der Meditation und der Erinnerung an die Toten. 55.000 Gräber erzählen von den BürgerInnen und der Geschichte der Stadt. Hier sind TV-Stars wie Lucy und Willy Millowitsch, Dirk Bach und Alfred Biolek bestattet, Politiker wie Guido Westerwelle oder Hans-Jürgen (Ben Wisch) Wischnewski und Künstler wie Sigmar Polke.
Rheinauhafen
Das Ufer der einstürzende Neubauten
In Köln-Krimis dürfen sie nicht fehlen, die modernen Büro- und Loftgebäude, deren Obergeschosse so weit auskragen, dass sie gleich abzubrechen scheinen. Kranhäuser nennen StadtplanerInnen diese Neubauten, mit denen es gelungen ist, einen reizvollen Kontrast zu restaurierten historischen Silos, Lagerhallen und Baudenkmalen zu schaffen. Wie zum Beispiel zum sogenannten Siebengebirge, einer alten Hafenzeile mit markanten Spitzgiebeln. Direkt an der Uferpromenade gibt es mehrere Galerien, Restaurants, Cafés und Bars, im Sommer auch ein Open-Air Kino. Wir empfehlen, die Tour mit einem Fahrrad zu machen, dann kannst Du am Rhein weiterradeln. Vorbei am Bismarckturm sind es bis zur Rodenkirchen-Riviera 5,4 Kilometer.
Esch/Auweiler
Ibiza-Feeling am Escher See
Sommer, Sonne, Hitze – das verlangt nach einer Erfrischung nicht nur von innen. Also raus ans Wasser. Am nördlichen der beiden Escher Seen kannst Du baden gehen. Das frühere Strandbad heißt jetzt Monkey’s Island. 5.000 Tonnen weißer Sand, Palmen und Strandliegen, im Doppel und einzeln, schaffen Ibiza Feeling. Die Beach-Club-Betreiber versprechen die „garantiert besten Day Time Partys“ und gastronomische Highlights für jeden Geldbeutel. Sprich: Das Gelände ist in einen Economy- und VIP-Bereich geteilt. Mit dem Auto oder von der S-Bahn-Station Hansaring dauert die Anfahrt gut 30 Minuten.